Eine Romanfigur
Ich stamme
aus deiner Feder.
In deinen Gedanken
bin ich entstanden.
Seitenlang füge ich mich
deinen Wünschen.
Du bist mein Erfinder
und ich
eine Marionette nur.
Ich muß für dich lachen,
kleine und große
Dummheiten machen.
Du lässt mich im Regen
stehen und bei Rot
über die Strasse gehen.
Und schon bin ich tot,
weil du es so wolltest.
Doch nein,
ich wache ja auf.
Du hast eine Überraschung
für den gefrusteten Leser
drauf.
Ich bin sehr verletzt,
doch der verbeulte Wagen,
der mich überfuhr,
steht an meinem Bett
und ich finde ihn nett.
Samstagabend, 27. März 2010
Kommentare
Liebe Iris, danke für Deine Worte. Ich glaube auch, daß wir verschmelzen. Mal ist die Fantasie die Realität und dann wieder wird die Realität zur fantastischen Komödie.
Lieber Gruß von Bruni
Liebe Bruni,
ein tolles Gedicht. Wenn ich Geschichten schreibe, frage ich mich oft, wer jetzt den weiteren Weg bestimmt. Bin ich es wirklich, oder ist es mein Protagonist. Manchmal scheint es mir so, dass meine Figuren gar nicht mehr anders handeln können und ich gar keine Wahl habe, Einfluss zu nehmen. Ist das reale Leben nicht auch manchmal so, dass wir gar nicht anders handeln können, weil unser inneres Ich uns lenkt? Und dann verschmelzen unsere Figuren mit uns selbst. Wunderbare Zeilen, die du geschrieben hast.
Sei lieb gegrüßt
Iris
Lieber Helmut, das war mir sehr wichtig, das gütliche Ende!
Liebe Grüße von Bruni
Liebe Karin, ohne das Nachdenkliche und Traurige könnten wir das Schöne, das Freudige doch gar nicht richtig würdigen ☺
Liebe Sonntagsgrüße von Bruni
Tolles Happy End!
Liebe Grüße
Helmut
Welche Gedanken gehen dir bei diesem Gedicht durch den Kopf? Teile sie uns mit!