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Leben ertasten

Ich ertastete das Leben,
doch es war schon vergeben.

Ich ließ es los
und verkroch mich im Schoß

meiner Mutter, der Erde.

Dort dachte ich nach
und es dauerte lange.

Ich legte derweil
meine Hand an die Wange.

So saß ich gemütlich,
es war nicht betrüblich,

das Warten auf Leben,
das noch nicht vergeben.

Dann wurde mir warm
und zu eng in der Erde,

ich drängte nach oben,
wuchs über mich selbst hinaus,

schaffte den Sprung
und war plötzlich sehr jung.

Ich spürte die Sonne,
ging auf in der Wonne,

ließ meine Hülle zurück
und flog mit dem Glück.

 

Mittwochabend, 16. Juli 2008




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