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Ranunkelwünsche

Ranunkel- und Narzissenwünsche
ruhen in mir,
sind noch gelassen,
doch fast schon bereit.

Sie recken ihre Nasen
gelbgrün in den Wind
und spüren, dass die Lüfte sehr lind.

Die Boten des Frühlings
ruhen noch sanft,
und hängen gebannt,
durch jahreszeitlich bedingte
und seit ewigen Zeiten
geübte Geduld,
in ihren unterirdischen
höhlenartigen Erdenbettchen.

Menschliche Ranunkel- und
Narzissenwünsche
müssen noch warten.

Bis zum Frühling
ist´s im Januar
noch eine lange Weile
und ein ganzes Stück.

In Kälte und miesem Schlotterwetter
werden Wünsche wach,
sind zu früh auf die Reise geschickt
und verbergen sich jetzt schnell
im wärmenden Haus.

Im Wartesaal,
Haltestelle Frühlingserwachen,
sammelt sich allerlei Volk,
zeigt sich prachtvoll geputzt,
doch vom Winter noch sehr gestutzt.

Pflege tut not und in einigen Wochen
werden die feinsten der Wesen
sich vorsichtig hinaus
in die Frühlingsluft wagen

und dort unter bläulich getupftem
Himmelszelt werden sie dann ihre
lieblich zarte Haut zum allerersten
Frühlingsmarkt des Jahres tragen.

22. Januar 2007




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