Tausend Tränen tief
Tausend Tränen
tief sitzt dein Kummer,
wird dir bewusst
nur im tiefsten Schlummer.
Verborgener Schmerz
greift täglich dein Herz.
Warum sitzt er so tief?
War dein Leben sehr schief?
Gebeugter Rücken
wird nur den Orthopäden entzücken,
Spannung im Nacken,
da bist du zu packen.
Beginne zu weinen,
verstecke dich nicht,
lass die Tränen nur rinnen,
zeugen sie doch von neuem Beginnen.
Versteck dich nicht in der Nacht,
wo milde Schwärze über dir wacht.
Blicke die Sonne mit ihrer Wärme,
sieh, wie sie zart und behutsam
deine Seele streichelt.
Ihr täglicher Glanz öffnet dich ganz,
lädt dich ein in wärmenden Schein.
Steinschweres Herz traut sich
endlich
aus schützender Hülle heraus,
purzelt wie eine reife Erbse
aus ihrer Schote in die Tageshelle,
blickt vorsichtig noch und sichtlich
über den eigenen Mut erschrocken,
geht zögernde, tastende Schritte
in weit sich öffnende Lebensmitte.
An schmerzhaft Verstörtem
wird kräftig gerüttelt,
in staubigen, bisher unbehandelten
Ecken gründlich gekehrt,
auch wenn sich das Menschlein
noch manches Mal wehrt.
Der Weg führt zum Licht,
spricht dieses Gedicht.
Lass dich nicht beirren von Dickicht
und Gestrüpp auf deinem Weg.
Hebe deine Hände,
umarme die Welt,
die sich nun endlich zu dir gesellt.
27. April 2007
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