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Menschengefieder

Zerzaust, ramponiert und
mottenzerfressen
ist oft dein Gefieder,
Mensch im Alltagsgetriebe.

Wann hast zu zuletzt deine
Federn benutzt,
hast sie geölt, geputzt,
den Boden verlassen
und bist geflogen?

Hast die Enge der täglichen Täler,
die Engstirnigkeit in den Schluchten
und die bedrückende Kluft
der fehlenden Menschlichkeit verlassen?

Ordne dein Menschengefieder,
bürste ihn ab den Staub der engenden Zeit
breite deine Flügel sehr weit
und öffne dein Herz der Unendlichkeit.

Schwinge dich empor,
spüre den Aufwind, der dich nun trägt
und dein etwas eingerostetes
Federkleid heftig bewegt.

Ein komischer Vogel, der Mensch,
der meint, dass ihn nur seine
staksigen Beine tragen.

Bewege deine Schultern und dehne sie
auf deinem Rücken,
fein zusammengefaltet,
als Schulterblätter sehr gut getarnt
sitzen doch deine Flügel,
M E N S C H.

Im Alltag vergessen, gut verpackt,
erinnere dich, als Kind bist du oft
im Traume geflogen,
manch einer dachte, du hättest gelogen.

Nun nutze es endlich wieder,
dein wunderschönes
schneeweißes Menschengefieder.

14. April 2007




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